
Das Thema des 16. Klaus Zernack Colloquiums lautet „Aus Ruinen – Krieg, (Wieder)Aufbau und Transformation“
Im Jahr 2025, anlässlich des 80. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs, beabsichtigt das CBH PAN gemeinsam mit dem Deutsch-Polnischen Haus sich der Frage des (Wieder)Aufbaus nach Kriegen zu widmen und lädt dazu anerkannte Fachleute aus Polen, Deutschland und anderen Ländern ein, um vergleichend über städtebauliche Zäsuren und Kontinuitäten zu diskutieren und dabei die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexte zu beleuchten.
Das bekannteste Beispiel für einen Wiederaufbau der historischen architektonischen Substanz ist die Warschauer Altstadt. Seit 1980 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe und wurde zum Vorbild für ähnliche Vorhaben in Europa und Asien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Doch ging der Wiederaufbau Warschaus zum Teil auf Kosten anderer zerstörter polnischer Städte – unter anderem auch in den sogenannten wiedergewonnen Gebieten. Im Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlichen (und politischen) Bedürfnissen der Historisierung und Traditionsbildung einerseits sowie Modernisierung und neuen Gesellschaftsentwürfen andererseits können wir durch das Prisma der städtebaulichen Transformationen im Raume die Zeit lesen.
Das Colloquium bietet eine europäische und komparatistische Perspektive: Die Sitzungen sind meistens zwei Städten in unterschiedlichen Ländern gewidmet. Dabei stellen die Referierenden Renovierungs- und Wiederherstellungsprojekte der unmittelbaren Nachkriegszeit vor sowie jene, die erst viele Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg in Angriff genommen wurden oder, wie im Falle der Ukraine, aktuell geplant sind. Damit werden auch Fragen nach Geschichtspolitik und Erinnerungskulturen während topografischer Transformationen gestellt.




