Frohe Weihnachten und ein glückliches 2025

24.12.2024
 

Nebst vorweihnachtlicher Grüße und Wünsche möchten wir Sie auf drei lesenswerte Publikationen verweisen, die das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (CBH PAN) herausgegeben oder mitherausgegeben hat.

Da hätten wir zum einen den 17. Band aus der Fokus Reihe mit dem Titel „Deutsch-polnische Beziehungen in der Außen- und Sicherheitspolitik 2007–2015“ von Markus Hildebrand.
Hildebrands umfassende Studie geht aus seiner Promotionsarbeit hervor, die von der Jury des Wissenschaftlichen Förderpreises des Botschafters der Republik Polen 2022 / 2023, der seit dem letzten Jahr unter der Schirmherrschaft der Polnischen Akademie der Wissenschaften steht, mit einer besonderen Auszeichnung gewürdigt wurde. Besonders hervorgehoben haben die Jurymitglieder die Quellenauswahl, die mitunter den unveröffentlichten Nachlass von Władysław Bartoszewski oder die über WikiLeaks zugängliche Dokumente umfasst. Nach der Veröffentlichung der vergleichbar umfangreichen Memoiren der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel bietet diese gründliche Analyse nicht nur für Politikwissenschaftler:innen eine ergänzende und bisweilen möglicherweise konträren Sichtweise der jüngsten Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen an.

Auch bei der zweiten Publikation, die das CBH PAN gemeinsam mit Studium Europy Wschodniej Uniwersytetu Warszawskiego (Center for East European Studies at University of Warsaw) herausgebracht hat, wird die Perspektive geweitet. In dem Sammelband „The Commonwealth of Poland – new views on the common Polish-Ukrainian history of the early modern period”, der in polnischer und ukrainischer Sprache im Zuge einer internationalen Tagung in Vilnius im September 2023 erschienen ist, bietet eine Lesart der Geschichte des Polnisch-Litauischen Unionsstaats der Frühen Neuzeit, die das stereotype Bild der polnisch-ukrainischen Beziehungen zu überwinden versucht.

Das letzte Buch, welches das Deutsche Historische Institut in Warschau zusammen mit dem CBH PAN veröffentlicht hat, schließt auf dem deutschsprachigen Feld der Geschichtstheorie eine nicht unwesentliche Lücke. Es handelt sich um die erste umfangreiche deutsche Übersetzung (Karsten Holste) gesammelter Überlegungen von Jerzy Topolski (1928-1998), einem der wichtigsten internationalen Geschichtstheoretikern des letzten Jahrhunderts, dem es nicht nur gelungen ist, die wesentlichen theoretischen Strömungen des 19. und 20. Jh. zu synthetisieren, sondern auch seine eigenen Zugänge zu solchen großen Fragen wie Zeit und Raum, Rolle von Mythen wie Ideologie und Sprache vorzustellen.
Jerzy Topolski: Geschichte schreiben und verstehen. Zu Theorie und Praxis erzählender Geschichtsdarstellung, übers. von Karsten Holste, mit Einführung von Jan Pomorski, Klio in Polen Bd. 22, Osnabrück 2024.

Ausführliche Informationen zu den drei Bänden und vielen weiteren Publikationen finden Sie auf unserer Seite unter der Rubrik: