Der Wiederaufbau geht weiter.

13. Poniatowski-Vorlesung / Klaus-Zernack-Colloquium on tour

Der Wiederaufbau geht weiter.
Das Sächsische Palais und die Westfassade des Piłsudski-Platzes
– Geschichte und Zukunft

Datum: 08. Mai 2026, 19.00 Uhr
Ort: Polnisches Institut, Markt 10,
04109 Leipzig
Veranstaltung auf Facebook
Info: 1944.pl, bverwg.de, palacsaski.pl/en
Eintritt: frei
 
Der Wiederaufbau des Gebäudekomplexes, der bis 1939 die westliche Front des Marschall-Józef-Piłsudski-Platzes bildete, d. h. des Sächsischen Palais, des Palais Brühl und dreier Mietshäuser an der Królewska-Straße, wird von der zu diesem Zweck gegründeten Gesellschaft Pałac Saski sp. z o.o. durchgeführt. Gemäß dem Gesetz vom 11. August 2021 über die Vorbereitung und Durchführung von Investitionen im Bereich des Wiederaufbaus des Sächsischen Palais, des Palais Brühl und der Mietshäuser an der Królewska-Straße in Warschau soll die äußere architektonische Gestaltung der wiederhergestellten Gebäude dem Zustand vom 31. August 1939 entsprechen. Die Innenräume der Gebäude sollen jedoch den Bedürfnissen der zukünftigen Nutzer entsprechen und den gesellschaftlichen Erwartungen an die geplanten Funktionen gerecht werden.
Zum Abschluss der Ausstellung „Der Warschauer Aufstand 1944” im Leipziger Bundesverwaltungsgericht findet am 8. Mai 2026 die letzte Veranstaltung des Begleitprogramms statt. Diese stellt gleichzeitig die 13. Poniatowski-Vorlesung sowie ein Klaus Zernack Colloquium on Tour dar. Bei dieser Zusammenkunft mehrerer Veranstaltungsreihengeht es um nichts anderes als um das größte Bauvorhaben in Polen in historischer architektonischer Form seit dem Wiederaufbau der Hauptstadt und des Königsschlosses in Warschau nach dem Zweiten Weltkrieg.
Welche Bedeutung hat der Wiederaufbau des Sächsischen und Brühlschen Palais sowie der Mietshäuser an der Królewska-Straße  für die Geschichte und Stadtplanung der polnischen Hauptstadt? Wie sieht die Geschichte dieser Gebäude aus? Welche Annahmen wurden bei der Vorbereitung des Wiederaufbaus getroffen? Welche Herausforderungen bringt die Umsetzung des Projekts mit sich?
Auf diese und weitere Fragen werden unsere Warschauer Gäste Maria Wardzyńska und Tomasz Markiewicz eingehen. Kommentiert wird der Vortrag von Arnold Bartetzky.
 
Vortragende:

Maria Wardzyńska
Koordinatorin für wissenschaftliche Fragen in der Pałac Saski GmbH
Absolventin des Studiengangs Archäologie an der Historischen Fakultät der Universität Warschau. Mitglied von Vereinigungen, die sich für Museologie, historische Architektur und Denkmalschutz einsetzen, darunter ICOM Polska (im Rahmen des Internationalen Museumsrats ICOM), INTBAU Polska (im Rahmen der Internationalen Vereinigung für traditionelles Bauwesen, Architektur und Stadtplanung INTBAU) und des Arbeitsgruppe der Hüter des kulturellen Erbes von Warschau „ZOK” (Zespół Opiekunów Kulturowego Dziedzictwa Warszawy). Sie arbeitete mit dem Museum des Palastes von König Jan III. in Wilanów und dem Adam-Mickiewicz-Institut zusammen. Derzeit ist sie beruflich mit Pałac Saski sp. z o.o. als wissenschaftliche Koordinatorin verbunden.

 
Tomasz Markiewicz
Journalist, Politikwissenschaftler, Historiker und Warschau-Kenner aus Leidenschaft. Absolvent der Fakultät für Journalistik und Politikwissenschaften der Universität Warschau, Stipendiat des Deutschen Bundestages. Er beschäftigt sich mit der Geschichte Warschaus im 19. und 20. Jahrhundert. Autor zahlreicher Publikationen und Ausstellungen zu Warschau und zu deutsch-polnischen Themen. Er arbeitet bei der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Warschau als Projektkoordinator mit Schwerpunkt auf historischen Projekten und kooperiert mit dem Haus der Begegnung mit der Geschichte in Warschau. Vorsitzender des Vereins „Zespół Opiekunów Kulturowego Dziedzictwa Warszawy” (ZOK, Arbeitsgruppe der Hüter des kulturellen Erbes Warschaus), einer der ersten unabhängigen sozialen Organisationen in Warschau nach 1981, die sich für den Erhalt der Warschauer Denkmäler und die Rekonstruktion wichtiger historischer Objekte einsetzt.
 
Prof. Dr. Arnold Bartetzky
Geb. in Zabrze (Polen). Studium der Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie und Geschichte in Freiburg, Tübingen und Krakau, kurzzeitig auch der Architektur an der Technischen Universität Berlin, 1998 Promotion an der Universität Freiburg. Seit 1995 wissenschaftlicher Mitarbeiter, seit 2011 Fachkoordinator für Kunstgeschichte am GWZO. Lehraufträge seit 1998, seit 2016 Honorarprofessor für Kunstgeschichte an der Universität Leipzig. Publizistische Tätigkeit auf den Gebieten der Architektur, Stadtplanung, Denkmalpflege und Kunst, u. a. als regelmäßiger Autor der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ehrenamtliches Engagement in Fachgremien auf den Gebieten der Baukultur und der Wissenschaftsförderung. Seit 2017 Leiter der Abteilung »Kultur und Imagination« am GWZO.
 
Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig in Kooperation mit dem Zentrum für historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Klaus-Zernack-Colloquiums und dem Museum des Warschauer Aufstands.