Klaus Zernack ColloquiumHerbert als Berliner – Nachdenken über Polen, Deutschland und Europa
Vortrag mit anschließender Diskussion
Przemysław Chojnowski, Birgit Krehl
und als Stream auf Facebook
Wir möchten Sie zu einer Diskussion über das Buch von Dr. hab. Chojnowski Zbigniew Herbert, Karl Dedecius: „Kochany Karolu, Mecenasie i Ciemiężco. Listy 1959-1994 [Zbigniew Herbert, Karl Dedecius: „Mein lieber Karol, Mäzen und Peiniger.“ Briefe aus den Jahren 1959-1994, Warszawa 2022]. Das Buch dokumentiert den langjährigen Briefwechsel des Dichters Zbigniew Herbert und seinem Übersetzer Karl Dedecius, zweier Intellektuellen, Meister der Feder und sowohl in Deutschland als auch in Polen bekannten Persönlichkeiten des literarischen Lebens. Der umfangreiche, über 500 Seiten starke Band, der neben den Briefen auch reichhaltiges ikonografisches Material enthält, ist das Ergebnis einer fast 15-jährigen editorischen Arbeit von Dr. hab. Przemysław Chojnowski vom Institut für Slawistik der Universität Wien, einem herausragenden Kenner des Nachlasses von Karl Dedecius, der in den Jahren 2001-2003 das Karl Dedecius Archiv in Słubice leitete.
Der umfangreiche Briefwechsel, den Karl Dedecius und Zbigniew Herbert über 40 Jahre lang unterhielten ermöglicht nicht nur Einblicke in ihre damaligen Lebensumstände, sondern stellt zugleich ein Zeugnis für einen leidenschaftlichen Dialog dar, in dem sich nicht nur die Persönlichkeiten der beiden Männer, sondern auch marktwirtschaftliche, kulturelle und politische Bedingungen der Zeiten in denen sie lebten, widerspiegeln.
Der Publikation ist zudem eine ausführliche Einleitung vorangestellt, die die Bedeutung und den Stellenwert des Briefwechsels von Herbert und Dedecius für den kulturellen Dialog zwischen Polen und Deutschland einordnet.
Das Treffen wird auch Gelegenheit bieten, die deutsch-polnischen Beziehungen zu diskutieren. Neben sprachlichen und verlegerischen Themen werfen die Autoren der Korrespondenz so wichtige Fragen auf wie die Probleme der polnischen Literaturtradition, das intellektuelle Leben, das Schicksal der polnischen Emigration, den Platz Polens in Europa, seine veränderten Grenzen nach 1945 und nicht zuletzt das komplexe deutsch-polnische Verhältnis.
Dr. hab. Przemysław Chojnowski – Slawist und Übersetzungswissenschaftler, Assistenzprofessor am Institut für Slawistik und am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien, u. a. Fulbright-Stipendiat (Seattle, USA). Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kompetenz- und Koordinationszentrum Polnisch (KoKoPol). Wurde promoviert mit einem Werk zu Karl Dedecius (Zur Strategie und Poetik des Übersetzens: Eine Untersuchung der Anthologien zur polnischen Lyrik von Karl Dedecius, Berlin 2005) und habilitierte sich mit dem Werk zu Peter (Piotr) Lachmann (Liminalność i bycie „pomiędzy” w twórczości Petera (Piotra) Lachmanna. Studium literacko-kulturowe [Liminalität und Dazwischensein im Œuvre von Peter (Piotr) Lachmann. Eine literatur- und kulturwissenschaftliche Untersuchung], Kraków 2020). Akademischer Betreuer, Forscher und Herausgeber des Brief-Nachlasses von Karl Dedecius.
Dr. Birgit Krehl – Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Slavische Literatur- und Kulturwissenschaft / Schwerpunkt Polonistik. Ihre Forschungsinteressen liegen in der polnischen und tschechischen Literatur (mit einem zusätzlichen Schwerpunkt auf der Lyrik des 20. Jahrhundert und der Verstheorie) wie dem Literarischen Übersetzen. Sie studierte in Leipzig und Prag und ist seit 1994 am Institut für Slavistik der Universität Potsdam tätig.




