Die Stiftung Topographie des Terrors und das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften laden zu einem Podiumsge-spräch ein. Die Veranstaltung ist zugleich Eröffnungsveranstaltung des Klaus Zernack Colloquiums 2026
„Geschichte Plus – Interdisziplinarität am Zentrum für Historische Forschung Berlin“.
Dienstag 17. März 2026 19.00 Uhr
Topographie des Terrors Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
– Eintritt frei –
Leben mit den Toten.
Verstreute Tatorte des Holocaust lesen
Podiumsgespräch mit
Prof. Dr. Magdalena Saryusz-Wolska, Warschau, und
Prof. Dr. Felix Ackermann, Hagen
Moderation: Prof. Dr. Igor Kąkolewski, Berlin
Während des Zweiten Weltkriegs haben in Ost-mitteleuropa deutsche und sowjetische Besatzung, der Holocaust sowie wechselnde Frontverläufe eine Vielzahl an Friedhöfen, Massengräbern und weiteren Begräbnisstätten hinterlassen. Die sterblichen Über-reste der Opfer sind nicht verschwunden. Sie ruhen weiterhin im Boden und bilden ein schwieriges Erbe, das bis heute auch eine Herausforderung für die lokalen Zivilgesellschaften darstellt. Die Auseinan-dersetzung mit diesem Phänomen erfordert nicht nur historische, sondern ebenso archäologische, kartografische und sogar dendrologische Forschungen.
Im Zentrum des Podiumsgesprächs stehen die über ganz Ostmitteleuropa verstreuten Tatorte des Holocaust. Der alltägliche Umgang mit Orten der Zerstörung jüdischen Lebens kann Aufschluss darüber geben, wie im 21. Jahrhundert jenseits der bekannten Vernichtungslager an den Holocaust erinnert werden kann.
Magdalena Saryusz-Wolska, Kulturwissenschaftlerin und Soziologin, ist Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Warschau und Professorin am Institut für Zeit-genössische Kultur der Universität Lodz (beurlaubt). In ihren Forschungen beschäftigt sie sich mit kollektiver und kultureller Erinnerung, visueller Geschichte und Medienge-schichte. Aktuell leitet sie ein Projekt zu Massengräbern des Holocaust.
Felix Ackermann, Kulturwissenschaftler und Historiker, ist Professor für Public His-tory an der FernUniversität in Hagen sowie Leiter der Hans-Böckler-Nachwuchsfor-schungsgruppe, die die Geschichte digitaler Kriegsöffentlichkeiten erforscht. Gemein-sam mit Studierenden erarbeitete er einen Stadtführer über die jüdische Geschichte der Stadt Grodno in Belarus sowie einen Audioguide durch das litauische Jonava.
Igor Kąkolewski ist Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin.
Mehr Informationen zum Klaus Zernack Colloquium: https://cbh.pan.pl/de/klaus-zernack-colloquium
Foto: Magdalena Saryusz-Wolska
Gedenkstein am Massengrab von Jüdinnen und Juden, die am 13. August 1942 von deutschen Polizisten erschossen worden
sind, Tylawa 2025