Pariser Platz 4a
10117 Berlin
Im Zentrum von Charkiw, in der Kulturstraße 9, steht noch heute ein markantes fünfstöckiges Gebäude in Form des Buchstabens „C“. Eine lange Gedenktafel daran informiert darüber, dass hier im Laufe der Jahre bekannte Literaten und Künstler gelebt und gearbeitet haben. Auf ihr sind 123 Namen eingraviert, und das ist bei weitem nicht die vollständige Liste. Im Jahr 2019 wurde das Haus „Slowo” in das Staatliche Register der unbeweglichen Denkmäler der Ukraine aufgenommen. Der Status als Kulturerbe schützte es jedoch nicht vor Bombenangriffen. Am 7. März 2022 beschädigten russische Granaten das Gebäude, das längst zu einem Symbol für die Versuche des sowjetischen totalitären Systems geworden war, die ukrainische Elite zu vernichten und unabhängiges Denken sowie jeglichen Widerstand gegen das System zu unterdrücken. Das Haus „Slowo”, das angeblich Ende der 1920er Jahre zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Intelligenz erbaut wurde, erschien in dem Staat als Hort gefährlicher ukrainischer Nationalisten und wurde sehr schnell zu einer Falle für eine ganze Generation herausragender Künstler und Schriftsteller, die heute als „Erschossene Renaissance” bekannt sind.
Im Staatlichen Archiv der Region Charkiw befinden sich Dokumente, die das Schicksal der Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses beleuchten.
Pilecki-Institut, das Bundesarchiv, und das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften



