UNSETTLING REMEMBERING AND SOCIAL COHESION IN TRANSNATIONAL EUROPE (UNREST)

Projekt: europäisches Forschungsprojekt
Projektkooridantor: Zofia Wóycicka
Termin:  2016 - 2019
 

UNSETTLING REMEMBERING AND SOCIAL COHESION IN TRANSNATIONAL EUROPE (UNREST)

2015 erhielt das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften eine Förderung des Rahmenprogramms der Europäischen Union für Forschung und Innovation „Horizont 2020“. Das internationale Projekt Unsettling Remembering and Social Cohesion in Transnational Europe (UNREST) soll von 2016-2019 realisiert werden. Das Zentrum für Historische Forschung Berlin übernimmt die Koordination eines Teilprojekts zur Analyse von fünf wichtigen Museumseinrichtungen in Europa.

UNREST wird in Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen aus vier Ländern durchgeführt – der Ruhruniversität in Bochum (Deutschland), der Universität Bath (Großbritannien), der Universität Aarhus (Dänemark), dem Spanischen Nationalen Komitee für Wissenschaftliche Forschung, der Theatergesellschaft Micomicon (Spanien) und dem Ruhrmuseum in Essen (Deutschland).

Ziel des Projekts ist es, Grundlagen für ein Modell der Geschichtsnarration zu erarbeiten, das auf einem multiperspektivischen, für Diskussion und Dialog offenen Blick auf die Geschichte basiert. Dieses „agonistische“ Modell soll eine Alternative gegenüber dem „antagonistischen“, das eine einseitige, national orientierte Geschichtsdeutung legitimiert, sowie dem „kosmopolitischen“ Modell darstellen, das eine einheitliche, paneuropäische Interpretation der Geschichte voraussetzt.

Als Forschungsbasis dienen u.a. Kategorien der belgischen Politologin Chantal Mouffe, die auf das Gebiet der Forschungen zum kollektiven Gedächtnis übertragen werden. Eine Ausarbeitung dieser neuen Perspektive entspricht dem heutigen Bedarf nach einer Erinnerungskultur, die auf gemeinsamer Diskussion und gegenseitigem Dialog basiert und eine Konfrontation unterschiedlicher Erfahrungen und kollektiver Gedächtnisse einzelner Nationen ermöglicht.

Das Zentrum für Historische Forschung Berlin koordiniert eines der Projektmodule, das sich mit Museen des Ersten und Zweiten Weltkriegs in Europa auseinandersetzen wird. Für die Analyse wurden Einrichtungen mit besonderer internationaler Bedeutung ausgewählt. Dazu gehören:

1.    die Emaille-Fabrik von Oskar Schindler, Historisches Museum der Stadt Krakau, Krakau/Polen
2.    das Historial de la Grande Guerre, Péronne/Frankreich,
3.    das Kobarid-Museum, Kobarid/Slowenien,
4.    das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshosrt, Berlin/Deutschland
5.    das Militärhistorische Museum, Dresden/Deutschland.

Das Projekt sollen Workshops abschließen, an denen Vertreterinnen und Vertreter der untersuchten Museen sowie Fachexpertinnen und -experten teilnehmen werden. Die Ergebnisse dieser Forschungen werden im Folgenden auf die übrigen Projektmodule angewandt werden, darunter auf Vorbereitungsarbeiten zu einer historischen Ausstellung über bewaffnete Konflikte im Europa des 20. Jahrhunderts.

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