Online Debatte - Transnationale Geschichtsbücher

02.09.2020

Transnationale Geschichtsbücher: Kann es eine gemeinsame Erzählung über den Zweiten Weltkrieg geben?

Die im Jahr 2020 erschienene Publikation des finalen Bands des transnationalen Geschichtsbuchs der deutsch-polnischen Serie „Europa - Unsere Geschichte“ bietet die Gelegenheit über viele Themen zu reflektieren und viele Fragen zu stellen. Eine wesentliche ist: Wie haben die Autoren und Herausgeber das Thema des Zweiten Weltkriegs und seiner Konsequenzen präsentiert? Wie haben sich Voraussetzungen für Lehrbücher zur gegenwärtigen Geschichte und die Erwartungen von Schülern in den letzten 20 Jahren geändert? Welches sind die Vorbedingungen Traumata und Erinnerungskonflikte zwischen Nationen durch ein Geschichtsbuchdialog bezüglich des Zweiten Weltkriegs zu verarbeiten? Wie kann Geschichtsunterricht dazu beitragen und dabei „neue“ ausländerfeindliche und antisemitische Einstellungen vorbeugen? Mit ähnlichen Problemen und Herausforderungen mussten sich auch Autoren und Herausgeber deutsch-französischer, sowie japanisch-südkoreanisch-chinesischer Geschichtsbücher auseinandersetzen. Ziel der Debatte ist es darüber zu reflektieren, wie der Beginn, der Verlauf und das Ende des Zweiten Weltkriegs im Geschichtsunterricht in verschiedenen europäischen und asiatischen Ländern präsentiert wird.

Organisatoren:
Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität, Pilecki Institut

Partner:
Bundesinstitut für für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Litauisches Institut für Geschichte

Moderator:
Prof. Dr. Igor Kąkolewski, Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

Dr. Emmanuelle Hébert, Katholische Universität Löwen, Belgien; Politikwissenschaftlerin und Autorin der Publikationen zu deutsch-polnischen und deutsch-französischen Geschichtsbuchdialogen, u.a.: Historical Commissions as a Foreign Policy Tool, in: A. Jarosz (Hrsg.), Models of European Civil Societies (Cambridge 2018) und Passé(s) recomposé(s). Les commissions d’historiens dans les processus de rapprochement (Pologne-Allemagne, Pologne-Russie) (Brüssel 2020).

Dr. Wolfram Meyer zu Uptrup, Historiker, stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin, einer der Begründer des deutsch-polnischen Projekts des transnationalen Geschichtsbuchs und deutscher Vorsitzender des Leitungskomitees des deutsch-polnischen Geschichtsbuch-Projekts in den Jahren 2006-2012.

Prof. Dr. Akiyoshi Nishiyama, Kyoritsu Woman's University, Tokio, Historiker und Experte in Bezug auf Lehrbuchdialoge und Kooperationen von Historikern in Asien; u.a.: Im Fernen Osten nichts neues? Transnationale historiographische Perspektiven im nationalistischen Ostasien, in: Historie. Jahrbuch des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (7 2013/2014).

Dr. Marcin Wiatr, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Historiker, Beauftragter auf deutscher Seite für die Arbeiten der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission von Historikern und Geographen und Teilnehmer des deutsch-polnischen Lehrbuchprojekts „Europa - Unsere Geschichte“; Autor von u.a.: Literarischer Reiseführer Oberschlesien. Fünf Touren durch das barocke, (post)industrielle, grüne, mystische Grenzland (Potsdam 2016).